Freistaat in der Pflicht

Grünen-Besuch in Weiltingen und des Römerkastells Ruffenhofen am 21. Juni 2007

 

„Hier ist in erster Linie der Freistaat Bayern gefordert und nicht die Gemeinden vor Ort.“ Die Grünen Bezirksräte Birgit Raab und Paul Brunner sehen bei den Investitionen im Römerpark Ruffenhofen insbesondere die Staatsregierung in der Pflicht. „Eine Million für den Bau des Römermuseums und 130 000 Euro jährlich für den laufenden Betrieb überschreitet die Leistungsfähigkeit der Anliegergemeinden bei weitem“, sind sich die beiden Bezirkspolitiker mit den Bürgermeistern Hermann Reichert aus Wittelshofen, Martin Schuster aus Weiltingen und Roland Höhenberger aus Gerolfingen einig. 

Auch die drei Kommunalpolitiker fordern den Einstieg des Freistaats in Bau und Betrieb des geplanten Museums. „Es kann nicht sein, dass Gemeinden hier den Hauptteil übernehmen und das Land Zuschüsse gibt“, meinte Hermann Reichert. „Es müsste umgekehrt sein“, fügte Bürgermeister Roland Höhenberger hinzu. Nach den Vorstellungen von Birgit Raab und Paul Brunner muss das Land hier sowohl bei den Investitionen als auch bei den Betriebsmitteln mindestens einen Anteil von 50 Prozent übernehmen. „Das ist mehr als fair“, meint Birgit Raab. „Schließlich kann man die drei kleinen Gemeinden nicht mit einem UNESCO-Weltkulturerbe alleine lassen.“

Beim Besuch der Grünen-Bezirksräte im vorläufigen Limesmuseum in Weiltingen und der anschließenden Besichtigung des Bodendenkmals „Römer-Castell“ zeigten sich die Vertreter der drei in einem Zweckverband zusammengeschlossenen Gemeinden vom Bezirk ausreichend gefördert. „Der Bezirk hat uns nicht im Regen stehen lassen“, meinten die drei Gemeindeoberhäupter. „Von ihm werden wir bei unseren Anliegen stets unterstützt.“ Im laufenden Jahr erhält der Römerpark Ruffenhofen vom Bezirk Mittelfranken 30 000 Euro aus der Stiftung „Natur – Kultur – Struktur“.

„Dazu stehen wir“, so Birgit Raab und Paul Brunner. Weitere entscheidende Unterstützung aber wollen die beiden Grünen-Politiker insbesondere vom Engagement des Freistaats abhängig machen. „Man kann in den Ballungsräumen nicht ein Museum nach dem nächsten Theater eröffnen, gleichzeitig aber ländliche Gebiete mit ihren kulturellen Aufgaben völlig alleine lassen“, erklärte Paul Brunner. „Das führt die Beteuerungen der Staatsregierung eindeutig ad absurdum, den ländlichen Raum ebenso fördern zu wollen wie die Städte.“